Klein-ORPLID e.V.

Lebensgemeinschaft der Generationen und Menschen mit besonderen Schicksalen

Hausordnung

Wir veröffentlichen eine leicht gekürzte Version unserer Hausordnung auf unserer Homepage, weil dadurch für eventuelle Interessenten schon vor der ersten direkten Kontaktaufnahme viele Fragen bereits geklärt und beantwortet werden können.

P R Ä A M B E L

Die Menschen in der Lebensgemeinschaft Klein-ORPLID möchten ihr individuelles und gemeinsames Leben bewusst gestalten.
Wir bemühen uns, in unserem Alltagsleben die anthroposophische Menschenkunde mit einzubeziehen. Das bedeutet, wir möchten uns dabei bewusst an Schönem und Gutem orientieren und dieses in die Gestaltung unseres äußeren, inneren und sozialen Lebens bringen. Wir wollen Kultur in den Umgangsformen untereinander, mit Haus und Hof und unserem Umfeld pflegen und entwickeln.
Klein-ORPLID soll eine Lebens- und Wohngemeinschaft für Menschen mit besonderen Schicksalen sein, da wir der Meinung sind und die Erfahrung gemacht haben, dass jeder im Rahmen seiner individuellen Fähigkeiten seinen Beitrag zum gemeinsamen Leben leisten kann und sich das Leben und Arbeiten in der Gemeinschaft positiv auf Lebensqualität und Gesundheit auswirkt.
Wo mehrere Menschen miteinander leben wollen, braucht es zwischenmenschliche Absprachen und Vereinbarungen. Die hier vorliegende Hausordnung soll eine erste grundlegende Orientierung darüber geben, welche Formen und Regelungen für das tägliche Leben wir derzeit festgelegt haben. Änderungen und Ergänzungen beschließen wir gemeinsam.
Individuelle Vereinbarungen sind nach Absprache möglich.
      
1.  Erwartungen an Mitbewohner:

Interesse am gemeinschaftlichen Leben und Arbeiten. Dazu gehört auch die Bereitschaft zur Mitarbeit im Rahmen der individuellen Möglichkeiten. Ferner Offenheit und die Bereitschaft, sich auf uns einzulassen und sich einzubringen. Des weiteren Teambereitschaft und Anpassungsfähigkeit sowie die Bereitschaft, Verantwortung, insbesondere eines oder mehrere Ämter (siehe Punkt 7) zu übernehmen. Außerdem verstehen wir uns als Kultur schaffende Gemeinschaft (siehe dazu die Veranstaltungen bei Punkt 6) und hoffen auf stetig neue Impulse seitens der Mitbewohner. Zum gegenseitigen Kennenlernen bieten wir vor dem endgültigen Einzug ein Probewohnen von individuell bestimmbarer Länge an.

2.  Tagesstruktur:

Die Tagesstruktur hat verbindlichen Charakter (für Ausnahmen siehe Präambel):

Frühstück:       7.30 Uhr bis   8.00 Uhr
Mittagessen:    12.30 Uhr bis 13.15 Uhr
Abendessen:    17.45 Uhr bis 18.15 Uhr

Abwesenheit bitte ankündigen!
 
3.  Besprechungen:

Besprechungen dienen zuallererst der Arbeitsplanung und Arbeitsverteilung. Für sonstige Punkte ist der Hausabend am Donnerstag vorgesehen.
Vor Abwesenheit bitte Bescheid sagen und bitte auch ungefähren Zeitpunkt der Rückkehr angeben – insbesondere, wenn man weiß, dass man nachts heimkehren wird – da wir dann wissen, dass es sich nicht um einen Einbrecher handelt. Bei Krankheit ebenfalls abmelden.

Morgenbesprechung: 8.30 Uhr bis 9.00 Uhr (außer am Sonntag).
Rückblick und Abendbesprechung: 17.15 Uhr bis 17.45 Uhr (nicht: Freitag, Samstag, Sonntag, an Feiertagen und an Geburtstagen).


4.  Arbeitszeiten:

Frühstücksvorbereitung durch die dafür Zuständigen: 7.00 Uhr
Abwasch: Im Anschluss an die Mahlzeiten.
Zeitraum für Arbeiten: 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr.

Bei Abwesenheit bitte abmelden.

5.  Ruhezeiten:

Nach dem Mittagessen bzw. dem Abwasch bis 15.00 Uhr. Abendruhe: ab 21.15 Uhr erwünscht. Samstagnachmittag: keine Arbeit, Ruhe erwünscht. Sonntags ist Ruhetag.

6.  Wochenstruktur:

Sonntag: Bei uns beginnt die Woche am Sonntag.
Keine Arbeit, Ausnahme: Mittagessen kochen (die Menschen, die nicht zur Kirche gehen, helfen dabei, aber generell sollte die Essensvorbereitung niemanden vom Kirchgang abhalten). Der Nachmittag steht jedem zur besonderen Verfügung, aber das Abendessen findet gemeinsam statt.
Montag: Montag vor der  Besprechung wird das Evangelium für die Woche gelesen. Da in der Montagsbesprechung viele wichtige – die Woche betreffende  - Dinge angesprochen werden, ist die Teilnahme an dieser Besprechung besonders wichtig.
Nachmittags kann freiwillig an Eurythmie teilgenommen werden. Es gibt eine Anfänger- und eine Fortgeschrittenengruppe.  
Dienstag: Alle zwei Wochen nachmittags: Malen (freiwillig).
Mittwoch: Im wöchentlichen Wechsel: Evangelienabend mit einer Pfarrerin und der „Theosophie“-Abend, wo wir uns mit Rudolf Steiners „Theosophie“ auseinandersetzen. Beginn ist jeweils 20.00 Uhr bis ca. 21.30 Uhr, ebenfalls freiwillig.
Donnerstag:  – Internes Gespräch – Hausabend (ab 20.10 Uhr bis ca. 21.30 Uhr). Die Teilnahme am Hausabend ist verpflichtend, da dort wichtige Dinge besprochen werden, die die Gemeinschaft als Ganzes angehen.
Freitag: 14tägig findet Sprachgestaltung statt von 8.30 bis 9.00 sowie wöchentlich der Gemeindenachmittag im Haus Hohenstein (Murrhardt), wo Vorträge verschiedenster Art und Thematik gehalten werden: 16.00 Uhr – 17.00 Uhr. Beides ist freiwillig.
Samstag: Am Vormittag ist Großputz. Jeder putzt einen ihm zugeteilten Bereich oder hilft einem anderen. Nachmittags keine Arbeit, abends kann man um 20.15 Uhr am Bibelabend teilnehmen.

7.  Ämter:

Jeder Mitbewohner ist dazu angehalten, eines oder mehrere Ämter zu übernehmen. Unter Ämtern verstehen wir notwendige Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft sowie Bereiche, für die notwendig jemand zuständig sein muss. Da diese sehr vielfältig sind, findet sich für jeden etwas, das er - im Rahmen seiner Möglichkeiten - tun und womit er sich einbringen kann. Ämter müssen vor Urlaubsantritt an Vertreter übergeben werden. Eine Liste mit Ämtern und den jeweiligen Amtsinhabern liegt aus.

8.  Finanzen:

8.1: Die Miete geht an den Verein. Laut Mietvertrag muss die Miete bis zum 3. eines Monats bezahlt sein. Die Miethöhe ergibt sich aus dem jeweiligen Mietvertrag. Bei Einzug ist ein Mietdarlehen an den Verein in Höhe der doppelten Miete zu entrichten.

8.2: Der Beitrag an die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)-Kasse beinhaltet Essens-, Künstler- und Nebenkasse. Von der Künstlerkasse werden die Eurythmie und die Sprachgestaltung bezahlt. Jeder Mitbewohner ist Gesellschafter der GbR und zahlt den jeweiligen Beitrag von zur Zeit 185 € für den Monat im Voraus.

8.3: Telefonkasse: Fast alle Zimmer haben Telefonanschluss. Der Verein stellt eine Flatrate zur Verfügung. Das Telefonieren in das Deutsche Festnetz ist daher kostenlos. Telefonate ins Ausland und ins Mobilfunknetz müssen persönlich bezahlt werden. Jeder Bewohner hat zu diesem Zweck eine eigene Billigvorwahlnummer. Neben Kostenersparnis dient diese auch als Erkennungszeichen, sodass Mobilfunkkosten individuell zugeordnet werden können. Es wird eine monatliche Grundgebühr erhoben. Bei allen Telefonaten muss immer eine „0“ vorgewählt werden, außer bei hausinternen Anrufen.

9.  Fahrzeuge:

Für die Benutzung durch die Mitbewohner stehen der Multipla und der Bus für Einkaufs-, Kultur- und Privatfahrten zur Verfügung. Die Kosten werden anhand des Fahrtenbuches mit den jeweiligen Benutzern abgerechnet. Zur Zeit beträgt die Pauschale für den Multipla 0,40 €/Km und für Bus ebenfalls 0,40 €/Km. Ab gefahrenen 200 Km beträgt die Pauschale jeweils 0,30 €/Km. Für Ausflugsfahrten und kulturelle Veranstaltungen wird ab drei Personen die Fahrt als GbR-Fahrt gewertet. Die Kosten für persönliche Fahrten werden monatlich abgerechnet.

10.  Gesundheit:

Wie bereits erwähnt, verstehen wir uns als gesundheitsfördernde Gemeinschaft. Das bedeutet, dass wir Wert auf eine solide Tagesstruktur und naturnahe Jahresrhythmen legen (z.B. durch Gartenarbeit, Holzheizung etc.). Ferner fördern wir eine gesunde Esskultur, denn wir verwenden nur Bio- und Demeter-Produkte, kochen selbst täglich frisches, nachhaltiges Mittagessen, backen das Brot selbst, etc.
Aus diesem Grunde ist auf unserem Gelände generell der Konsum von Alkohol, Zigaretten und sonstigen Drogen nicht erwünscht. Rauchen auf den Zimmern ist zudem auch aus brandschutztechnischen Gründen strengstens untersagt!

11.  Medien:

11.1: Handy:
Wir verstehen uns als gesundheitsfördernde Lebensgemeinschaft, daher sind Handys aufgrund ihrer schädlichen Strahlung generell unerwünscht. Sofern dennoch Notwendigkeit zu Besitz und Nutzung besteht, soll es im Interesse eines störungsfreien Miteinanders während gemeinsamer Veranstaltungen und gemeinsamer Mahlzeiten auf „lautlos“ geschaltet sein.

11.2: Computer/Internet:
Ein Internetzugang ist vorhanden und für die Benutzung ist die Einrichtung eines Internetcafés vorgesehen. WLAN ist zwar potenziell vorhanden, wegen schädlicher Strahlung aber nicht gewünscht. Alternativen sind vorhanden. Für die Internetnutzung fallen zusätzlich 7 €/Monat an.

11.3: Fernsehen:
Generell unerwünscht. Filme können aber von Zeit zu Zeit gemeinsam angeschaut werden.

12.  Urlaubsregelung:

Urlaubs- und Freizeitwünsche müssen rechtzeitig beantragt und besprochen und die Ämter übergeben werden. Ist letzteres nicht möglich, kann Urlaub auch verweigert werden (kam bisher aber nicht vor).

13.  Wohnraumhygiene:
 
Jeder hält sein Zimmer in einem sauberen, akzeptablen Zustand. Die großen Fenster im Westhaus und die Panoramafenster im Wohnzimmer des Osthauses dürfen aufgrund ihres Gewichtes max. 15 Minuten komplett geöffnet werden.

14.  Küche:
    
Die Küche und der Vorratsraum dienen der Versorgung der Gemeinschaft. Es ist daher nicht gestattet, ohne vorherige Rücksprache für den Eigenbedarf Dinge aus der Küche oder dem Vorratsraum zu nehmen, die einem nicht selbst gehören. Dies betrifft sowohl Nahrungsmittel als auch Küchengeräte und -geschirr.

15.  Verstöße:

Bei wiederholten und/oder empfindlichen Verstößen gegen die Hausordnung kommt es zunächst zu einer gemeinsamen Beratung. Diese kann unter vier Augen oder auch im Kreis der Gemeinschaft stattfinden. Kommt es zu keiner Einigung oder trotz Einigung nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung, sehen wir uns gezwungen, als Konsequenz das Vertragsverhältnis zu kündigen bzw. im Anschluss an das Probewohnen keinen dauerhaften Vertrag zu schließen.

16.  Postscriptum:

Die Hausordnung ist rechtlicher Bestandteil des Mietvertrages.